Loxone :: Kosten für die Hausautomatisierung

Auch wir stellten uns natürlich anfangs die Frage, was eine Hausautomatisierung mit Loxone kostet. Pauschal kann man die Frage natürlich nicht beantworten, da die individuellen Anforderugen und auch der Umfang der Automatisierung den Preis maßgeblich bestimmen.

Für den Einstieg in die Loxone-Welt benötigt man zunächst nur einen Miniserver. Für knapp 500 Euro bekommt man so zum Beispiel eine Steuerung für 2 Rollläden, 4 Leuchten und 4 Heizkreise, inklusive Bedienung per Smartphone oder Tablet und individueller Konfigurierbarkeit mit der kostenlosen Loxone Software.

Die Skalierbarkeit ist m.E. auch der entscheidene Vorteil des Systems. Man bekommt “out-of-the-box” eine fertige Haussteuerung, die man je nach den persönlichen Anforderungen mit den verfügbaren Erweiterungen (“Extensions”) unendlich erweitern kann. Auf der Loxone Webseite gibt es eine grobe Übersicht für die Mehrkosten gegenüber einer herrkömmlichen Installation. Dort ist von ca. 2500€ Mehrkosten für ein durchschnittlich automatisiertes Eigenheim mit 150qm Größe die Rede.

Folgende Funktionen sind dabei durch Loxone gesteuert

  • automatische Beschattung
  • intelligente Einzelraumregelung der Heizung
  • beliebige Lichtszenen / Raum aus / Haus aus
  • 4 zus. Bewegungsmelder
  • Zutrittssteuerung per elek. Schlüssel
  • schaltbare Steckdosen

Meines Erachtens sind die (Mehr-)Kosten für ein durchnittlich automatisiertes Haus aber größer. Bei unseren Bauvorhaben haben wir ähnliche Anforderungen mit Loxone umgesetzt. Im Detail sind das die folgenden:

  • 6 Bewegungsmelder (erweiterbar auf 14)
  • 9 Heizkreise
  • 17 Lichtkreise nicht dimmbar
  • 8 Lichtkreise dimmbar
  • 16 Rollläden (+ 1 Markise optional)
  • 19 schaltbare Steckdosen
  • 29 Taster mit 82 Tastpunkten
  • 1 Eingang für Rauchmelder
  • 1-Wire Bus für 15 Temperatursensoren, Türkontakte und digitales Schlüsselbrett

Allein an Loxone-Komponenten sind das schon fast 5000€ Mehrkosten. Die Komponenten allein bringen einem allerdings nichts ohne die zusätzlich notwendige Sensoren und Aktoren. Außerdem ist der Verkabelungsaufwand wesentlich höher und somit auch preisintensiver.

Folgende Mehrkosten sind bei uns entstanden:

  • größerer Schaltschrank notwendig – Mehrpreis ca. 700 €
  • Verkabelung komplexer – Materialkosten zusätzlich ca. 1500€
  • 8 6fach SPS-Taster in jedem Zimmer – 400 €
  • 6 24V Bewegungsmelder – 600 €
  • Temperaturfühler – 100 €
  • Türkontakte durch Fensterbauer einbauen lassen – 150€
  • Koppelrelais

Die Arbeitszeit ist dabei noch nicht mit eingerechnet. Wir haben das Elektro-Gewerk aus dem Vertrag nehmen lassen und dafür eine Gutschrift erhalten. Durch sehr viel Eigenleistung wurde es doch erheblich günstiger. Auch wenn ich kein konkretes Angebot für die komplette Installation durch eine Fachfirma vorliegen habe, schätze ich die Mehrkosten für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 150qm doch erheblich höher ein. Über 10.000 € kommt man da sicher schnell. Zusätzliche Ausstattungen wie Multi-Room-Audio, komplexe Steuerung der Heizungsanlage, LED-Farbbeleuchtung, Steuerung der Außenanlagen (Bewässerung, Beleuchtung) sowie mehrere Tablets als Visualisierung können Preis auch schnell auf das Doppelte treiben. Und dann ist man garnicht mehr soweit weg vom Preis einer komplexen KNX-Installation. Aber man kann ja auch klein anfangen. 😉

 

 

 

 

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11 comments on “Loxone :: Kosten für die Hausautomatisierung
  1. Mario sagt:

    Wie ist es denn mit dem Stromverbrauch der ganzen Komponenten? Da kommt doch bestimmt einiges zusammen oder? Liebe Grüße

    • admin sagt:

      Gemessen habe ich es nicht, aber Loxone bietet ja einen Netzteil-Rechner. Damit kann man es ganz gut überschlagen…
      Loxone Netzteilrechner
      Demnach sind es maximal 40 Watt für die ganze Anlage und im Mittel (geschätzt) 25Watt. Das macht also überschlagen 4,5 € pro Monat. (wenn ich mich nicht verrechnet habe 😉

  2. markus sagt:

    Hallo,

    hast Du alles auf einmal durchgeführt? Aus Budgetgründen möchte ich erst einmal mit der Raffstore-Steuerung beginnen und dann Stück für Stück erweitern. Was würdest du mir raten? Auf was muss man achten?

    Wenn ich in der Küche die LED-Spots dimmbar und schaltbar haben möchte, muss ich ja noch ein Leerrohr oder Kabel zur Loxone-Steuerung vorsehen, um das ganze anschließend steuern zu können, oder? Oder muss ich mich hier auch um die Stromversorgung kümmern?

    Gruß Markus

  3. admin sagt:

    Ich habe alles auf einmal gemacht, wobei ich da natürlich auch nicht aus dem vollen geschöpft habe. Aber gerade durch die Modularität ist Loxone relativ einfach erweiterbar wenn man diese Sachen (Kabel/Leerrohre Reserve) in der Bauphase berücksichtigt.
    Ich habe zum Beispiel die PV-Anlage, die Stromzähler und die Heizung jetzt gerade erst nachträglich über eine zusätzliche Modbus-Extension eingebunden. Dimensioniere den Schrank ruhig etwas größer. Mein Schrank ist schon riesig aber doch fast schon zu klein

  4. markus sagt:

    Wie hast Du denn die Heizung nachträglich eingebunden? Bei mir geht das ja über eine Fußbodenheizung. Gehst du dann noch einmal über die Stellmotoren? Oder hängt die Loxone direkt an der Heizung?

    • admin sagt:

      für die Dimplex Wärmepumpen gibt es relativ günstige Erweiterungsmodule für KNX, Ethernet oder Modbus. Ich habe das LWPM Modbus Modul genommen und Loxone durch eine Modbus Extension erweitert. Die Stellmotoren hatte ich gleich mit angebunden.

  5. Tom sagt:

    Habe tolle Inspiration gefunden, dank einem sehr ähnlichen Grundriss. :) Und auch Loxone ist in Planung.
    Ich hätte eine Frage zur sternförmigen Verkabelung- war dies ohne Weiteres möglich? Ich denke da an Querungen mit dem Sanitär-Gewerk und genug Platz in den Böden/ Decken für die Kabelbündel.

    • admin sagt:

      Es gab tatsächlich ein, zwei Konflikte mit den Sanitär-Fuzzies, da diese ihr Rohre nicht mehr von der Höhe her in den Fußboden unterbekommen hätten. Vor allem dort wo alles zusammenläuft. Aber wenn man sich vorher abspricht, welche Installationszonen eingehalten werden müssen, sollte es kein Problem sein.

  6. markus sagt:

    Ich wollte noch ergänzen, dass wir uns für KNX entschieden haben. Das BUS-Kabel, welches auch als offener Kreis verlegt werden kann und die Tatsache, dass man hier flexibel durch mehrere Hersteller ist hat uns überzeugt.

  7. Ralph sagt:

    Wir haben auch lange mit KNX “geliebäugelt”, aber das Loxone-System kann definitiv mehr und kostest in unserem Falle nicht einmal die Hälfte.

  8. Georg sagt:

    Hallo,
    toller Blog!
    Darf ich fragen welche (SPS-)Taster Du verwendet hast; wie diese eingebunden sind?
    Schwanke derzeit noch zwischen:
    -“herkömmliche”, direkt an Loxone
    -KNX (zB MDT), per EIB-Bus an Loxone
    – SPS ?
    -die Loxone-eigenen (Touch) erscheinen mir zu teuer.

    Möchte jedenfalls mehrere Tastpunkte belegen können.
    Danke & Gruß, Georg

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Wir haben 2013 ein Einfamilienhaus in Strausberg / Brandenburg mit der Richter-Haus GmbH gebaut.

Dieses Bautagebuch hatten wir vor allem zur Dokumentation unseres Bauvorhaben erstellt. Ihr dürft euch aber gern weiterhin insperieren lassen. Vielleicht fällt ja die ein oder andere nützliche Info für euch ab. Für Anregungen und Fragen sind wir natürlich auch immer offen.

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